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KULTUR




Abgehört: Die wichtigste Musik der Woche

Von Andreas Borcholte und Jan Wigger


Deleyaman - "The Edge"

(TTO Records/Alive, ab 4. Juli)




Und spätestens am Freitagmorgen waren sie dann alle weg: Hurricane-Festival ("Die Jungs haben sowas von abgerisssen, Digger!"), Hockenheimring (nach der jetzt schon legendären "Jetzt reißen wir euch den Arsch ab und verficken euch in euren verfickten Arsch"-Videobotschaft von Kevin Russell musste man aber auch einfach hin), der Oma bei der Gartenarbeit helfen. Ich blieb hier und las Interviews mit Autopsy ("Ich will ja auch, dass Motörhead, Saxon und Maiden sich nicht ändern. Manche Bands sind der Meinung, dass sie herumexperimentieren müssen. Autopsy bleiben sich hingegen treu!", herrlich, right on!), wäre aber auch ein eher trüber Gast gewesen, obwohl der "Metal Hammer"-Regenponcho schon griffbereit an der Türklinke hing.



Stattdessen zwei Tage lang Bon Jovi abgefeiert, und später dann immer und immer wieder zu Deleyamans ziemlich wunderbarem "The Edge" geseufzt. Wieso hatte ich noch nie zuvor von der Band gehört? Hier kommt tatsächlich schon die sechste Platte der europäisch-amerikanischen Vereinigung für hohe Künste, angetrieben von zwei sehr bekümmerten Stimmen: Aret Madilian und Beatrice Valantin. "When we know not/ When we feel much/ When we have none/ And when we lose touch", das ist die Prämisse, bevor einen Deleyaman, die auch mal auf Französisch singen und Gedichtetes von Edgar A. Poe oder Cody G. Gates vertonen, mit einem feuchten, warmen Tuch aus La Goulette einwickeln. "Hey Now" hat Leonard Cohens "Songs From A Room" alles zu verdanken, "Moon" wäre ohne die Zauberkräfte der übermächtigen Dead Can Dance, "Ethereal Dances" ohne die Cocteau Twins nicht denkbar. Außerdem nennen sollte man unbedingt die als umstritten bezeichneten Gruppen Death In June, Sol Invictus und The Moon Lay Hidden Beneath A Cloud. Das Label sagt: "This 52 minute, 13 track album is a pleasure for the ears and profound for the soul". Und Aret Madilian (weißer Hut, Schal, graue Schläfen, armenisches Blut): "I have my nowhere to lay me down." Das Lachen verschwand, dann das Lächeln. (7.2) Jan Wigger

 
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